Fachtagung: Schule als Schutzraum - Umgang mit Diskriminierung und rechten Tendenzen am 01.10.2024, 9:30 – 16: 00 Uhr
Schule als Schutzraum - Umgang mit Diskriminierung und rechten Tendenzen
Ein Fachtag von aras* – politische Bildung an Schulen in Treptow-Köpenick und AuF – Anlauf- und Fachstelle für Diskriminierungsschutz an Schulen – Lichtenberg
Wann: 01.10.2024, 9:30 – 16: 00 Uhr
Wo: FobiZ Marzahn-Hellersdorf, Eisenacher Str. 121, 12685 Berlin
Anmeldung unter: Der Fachtag läuft unter folgenden Kursnummern: 24.2-122796
Anmeldelink: https://fortbildungen.berlin/training/122796
Bei Fragen melden Sie sich unter: aras@offensiv91.de
Verpflegung: Es wird einen kleinen Snack in der Mittagspause geben.
Barrieren: Die Veranstaltung wird in deutscher Lautsprache stattfinden. Weitere Details zu Barrieren des Veranstaltungsortes werden rechtzeitig vor der Veranstaltung bereitgestellt. Bei Fragen stehen wir zur Verfügung unter: aras@offensiv91.de
Die Zunahme rechter Einflussnahme in Politik und Gesellschaft führt dazu, dass sich immer mehr diskriminierende und/oder rechte Narrative verbreiten und Ideologien der Ungleichwertigkeit auf mehr Zustimmung in der Bevölkerung treffen. Diese Einstellungen machen auch vor Schule keinen Halt und belasten betroffene Schüler*innen und Fachkräfte enorm. Dazu kommt, dass rechte AkteurInnen (wie z.B. der III. Weg) gezielt versuchen Schüler*innen für ihre Inhalte zu gewinnen. Schule soll die Aufgabe erfüllen, Schüler*innen vor Diskriminierung zu schützen. Daher ist neben dem Erkennen von antidemokratischen Einstellungen wichtig, sich mit eigenen Diskriminierungspraktiken auseinanderzusetzen, diese zu reflektieren und in die Veränderung zu gehen. Gleichzeitig können auch Lehrer*innen von unterschiedlichen Diskriminierungsformen betroffen sein. Diesen vielschichtigen Herausforderungen möchte der Fachtag begegnen.
Ziel ist die Stärkung von Fachkräften in ihrem Umgang mit Diskriminierung bzw. rechten Konfrontationen im Bereich Schule. Dafür wird es Vorträge und Workshops zu gesetzlichen Fragen sowie Sensibilisierung rund um Diskriminierung im Schulkontext geben. Hinzu werden Strategien entwickelt, rechten Aktionen bzw. Mobilisierungversuche an und vor Schulen zu begegnen und es werden Handlungsempfehlungen erarbeitet, wie sich die Erkenntnisse in die Schulentwicklung implementieren lassen.
In der Workshop-Phase wird es spezifische Angebote für pädagogisches Personal aus Grund- und Oberschulen geben.
Programm:
• 9:00-9:30 Ankommen
• 9:30-10:30 Begrüßung und Input: Schule als Schutzraum? – Diskriminierungs- und Rassismuskritik als Schutz- und Fürsorgeauftrag in der pädagogischen Arbeit von Olenka Bordo Benavides, Leitung der Anlauf- und Fachstelle für Diskriminierungsschutz an Schulen und Kitas in Friedrichshain-Kreuzberg
• 10:30-10:45 Pause
• 10:45-12:30 WS-Phase I
• 12:30-13:30 Mittagspause
• 13:30-14:30 WS-Phase II
• 14:30-15:00 gemeinsamer Abschluss
Im Rahmen des Fachtages werden folgende Workshops angeboten:
Workshop 1: Aktivitäten der extremen Rechten und deren Einflussnahme auf Jugendliche (Register Treptow-Köpenick)
Im vergangenen Jahr stiegen die Zahlen rechter Vorfälle in Berlin stark an. Extrem rechte Gruppen treten aktiver in Erscheinung. Dabei versuchen sie aktuell verstärkt junge Menschen anzusprechen. Erst kürzlich bezeichnete die Generalsekretärin der Bundesschülerkonferenz den Rechtsruck unter Schüler/-innen als besorgniserregend. Die Landesschüler/-innenvertretungen aus Ostdeutschland berichteten in einem gemeinsamen Positionspapier von vermehrten neonazistischen Schmierereien in Klassenzimmern. Mit diesen Entwicklungen ist der Bereich Schule und Jugendsozialarbeit täglich konfrontiert. In Berlin wirbt vor allem die Neonazipartei “Der III. Weg“ verstärkt vor Schulen. “Der III. Weg“ ist momentan die größte organisierte Neonazistruktur in Berlin. Seine Mitglieder sind dabei keine Unbekannten: Die Gruppierung ist ein Sammelbecken für militante Neonazis, die für zahlreiche Gewalttaten verantwortlich sind. Im Workshop sollen Fallbeispiele vorgestellt und Gegenstrategien diskutiert werden: Wer sind die neonazistischen Akteur/-innen, die Jugendliche anwerben? Welche Vorfälle gab es bereits vor sozialen Einrichtungen/Schulen in Berlin und wie können Jugendliche vor der rechten Einflussnahme geschützt werden?
Zielgruppe: pädagogische Fachkräfte aus Oberschulen
Workshop 2: Von einer rassismuskritischen Sensibilisierung zur Professionalisierung (RAA Berlin und AuF)
Sie haben (grundlegende) Verständnisfragen zum Themenfeld Rassismus und Diskriminierung? Sie sind sich unsicher, wie Sie als weiß positionierte Person Rassismus besprechen können? In dem Workshop werden wir auf grundlegende Aspekte von Rassismus und Diskriminierung eingehen, die Positionierung weißer Menschen (und die daraus resultierenden Konsequenzen) thematisieren und gemeinsam in einen Austausch gehen, was das für einen diskriminierungskritischen Schulalltag aus professioneller Sicht bedeutet.
Zielgruppe: pädagogische Fachkräfte aller Schultypen
Workshop 3: Diskriminierungsschutz – Interventionsmöglichkeiten die Kinder stärken (KiDs – Kinder vor Diskriminierung schützen!)
Das Projekt „KiDs – Kinder vor Diskriminierung schützen!“ berät und begleitet Kinder im Alter von 0-12 Jahren und ihre Bezugspersonen in Diskriminierungsfällen zu allen Lebensbereichen, in denen junge Kinder von Diskriminierungen betroffen sein können, wie z.B.: Kindertageseinrichtungen, Übergang Kita – Schule, Schule, Freizeit- und Sportangebote, Ämter/Behörden und Gesundheitsversorgung. Dieser Workshop bietet Ihnen Einblicke in die Beratungstätigkeit bei KiDs. Anhand von Fallbeispielen aus der Grundschule erhalten Sie Impulse für einen diskriminierungssensiblen Umgang mit Schüler/-innen und ihre Bezugspersonen im schulischen Kontext.
Zielgruppe: pädagogische Fachkräfte aus Grundschulen